Sonnenfinsternis am 03.11.2013

Am 03.11.2013 fand eine totale Sonnenfinsternis über Afrika statt. Vor dem Hintergrund dieser schlechten Wetterprognose für Zentralafrika suchten wir nach alternativen Beobachtungsorten und wurden fündig: Um für einen Kurztrip zur Finsternis eine hohe Sonnenwahrscheinlichkeit mit einer nicht allzu langen Reisezeit verbinden zu können – und dabei natürlich noch eine möglichst große Bedeckung verfolgen zu können – fiel unsere Wahl auf die Sonneninsel Teneriffa: Es war mit einer Sonnenwahrscheinlichkeit von 60% im November zu rechnen – bei einer Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond der von immer noch 40%.

Die Phasen der Sonnenfinsternis

Montage der verschiedenen Phasen der partiellen Finsternis, bedingt durch die geschlossene Bewölkung zwischen dem Maximum der Bedeckung bis kurz vor Ende der Bedeckung konnten von dieser Phase keine Aufnahmen gewonnen werden (DSLR an 2,8 Zoll Refraktor bei 600mm Brennweite):

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Einzelne Phasen der Bedeckung der Sonne durch den Mond. Eindrucksvoll sind die aktiven Regionen AR1884/85, AR1889 sowie AR1890 auf der Sonnenscheibe hinter der durchziehenden Bewölkung zu erkennen.

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Lichtstimmungen während der Finsternis

Diese Montage aus Aufnahmen, die im Abstand von 15 Minuten entstanden sind, zeigt die sich verändernden Beleuchtungssituationen – aber auch die sich verändernde Bewölkung – während der Finsternis: Der Gipfel des Pico del Teide ist hinter Wolken verborgen, die sich zur Mitte der Bedeckung weiter absinken und zum Ende der Bedeckung hin wieder anzusteigen.

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Temperaturentwicklung während der Finsternis

Die Lufttemperatur – siehe grüne Linie in der Darstellung – sank zwischen dem 1. Kontakt und dem Maximum der Verfinsterung von rund 11,5 Grad auf 8,5 Grad Celsius. Die zunehmende Verfinsterung und die Wolkenbedingungen verantworteten gemeinsam die um etwa 3 Grad sinkende Temperatur.
Zwischen dem Maximum und Ende der Finsternis nahm die Intensität der  Bewölkung zu,  während gleichzeitig die Sonnenscheibe zunehmend wieder vom Mond freigegeben wurde. Insgesamt führt das Zusammenspiel zu einem moderaten Anstieg der Temperatur um 2,5 innerhalb der 75 Minuten der zweiten Finsternishälfte auf rund 11 Grad Celsius.

Geht man aber (rote Linie in der Darstellung) davon aus, dass sich ohne Bedeckung durch den Mond die Temperatur kontinuierlich und linear verändert hätte, so zeigt sich, dass – ohne Verfinsterung – zum Zeitpunkt des Maximums eine Temperatur von rund 11.25 Grad Celsius zu erwarten gewesen wäre. Es wird deutlich, dass die während des Maximums gemessene Temperatur damit rund 2,75 Grad unter der zu erwartenden Temperatur lag. Der in der Literatur immer wieder erwähnte Temperaturabfall während einer Sonnenfinsternis konnte also auch bei der partiellen Finsternis in Teneriffa beobachtet und dokumentiert werden; diese Interpretation ist jedoch mit großer Vorsicht zu genießen, da das durchziehende Tiefdruckgebiet ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Veränderung der gemessenen Wetterdaten gehabt hat.

Temperaturdifferenz